© Wolfgang Hölzel

Umbau unserer Materialseilbahn

01.02.2026

Nach fast 50 Jahren ist es Zeit für eine grundlegene Erneuerung: Die Materialseilbahn zur Rüsselsheimer Hütte wird fit für die Zukunft gemacht. Ein Einblick in Planung, Herausforderungen und den aktuellen Stands des Projekts.

Ausgangssituation

Die Materialseilbahn zur Rüsselsheimer Hütte ist seit dem Bau vor fast 50 Jahren etwas in die Jahre gekommen und erreicht absehbar einen Punkt, der größere Erneuerungen erfordert. Am 05.02.2025 wurde in einer außerordentlichen Hauptversammlung festgelegt, dass wir die Materialseilbahn erneuern und für einen sog. Werksverkehr ertüchtigen. Werksverkehr heißt, dass die Seilbahn auch Personen, die in der Hütte arbeiten unter bestimmten Vorraussetzungen transportieren kann, insb. Personal oder Handwerker.

Zur Erläuterung: Die Hütte hat bekanntlich eigene Trinkwasserversorgung, Kläranlage, Stromversorgung per Wasserturbine, Photovoltaikanlage und Blockheizkraftwerk sowie weitere technische Einrichtungen wie Blitzschutzanlage, Brandmeldeanlage, Sicherheitsbeleuchtung, Flüssiggasanlage und Rauchabzugsanlage. Dadurch sind diverse Wartungen, Inspektionen (bspw. Entnahme von Trinkwasserproben) erforderlich und der Werksverkehr ermöglicht, dass Handwerker unabhängig von Wanderlust für die Arbeiten zur Hütte kommen können. Eine Nutzung der Seilbahn für touristische Zwecke ist nach wie vor nicht vorgesehen.

 

Projekt in 2025

Die Planung und Beauftragung schritt soweit voran. Mit dem Grundstückseigner, auf dessen Grundstück die neue Talstation stehen wird (und die alte Talstation stand), wurde ein Konsens erzielt sodass die Talstation wie erforderlich um ein paar Meter verlegt werden kann. Der neue Standort ist auf einem natürlichen Geländebuckel, der einen gewissen Schutz vor Schäden durch Starkwasserereignissen bietet.

Weiterhin wurde die Planung voran getrieben. Es soll einen größeren Mast in der Mitte geben und einen kleineren Mast vor der Hütte. Die neue Seilbahn wird auf einer ähnlichen Trasse wie die alte Seilbahn verlaufen, sodass die erforderlichen Fällarbeiten auf ein Minimum reduziert werden können. Insbesondere die Planung des größeren Masten war eine gewisse Herausforderung, da folgende Aspekte berücksichtigt werden mussten:

  • Statik in Verbindung mit Geologie wegen den Fundamenten und Belastungen durch Wind oder durch zusätzliches Gewicht aufgrund von Vereisung
  • Umwelt: Insbesondere dürfen zwischen dem 15.2. und 15.8. keine Hubschrauberflüge für den Materialtransport und die Montage stattfinden, da Steinadler und Bartgeier in der Gegend brüten. Tipp: Wenn ihr das nächste Mal auf die Hütte kommt, dann haltet die Augen offen. Wenn ihr Glück habt könnt vielleicht einen Blick auf die seltenen Tiere erhaschen.
  • Flugsicherung bzw. Kennzeichnung des Mastes / Seil für Flugzeuge und Hubschrauber
  • Schutz vor Lawinen und Steinschlag
  • Korrosionsschutz durch Verzinken bzw. Lackieren

Zusätzlich hat Wolfgang Hölzel die detektivische Meisterleistung vollbracht und die Planungsunterlagen der alten Materialseilbahn organisiert, obwohl die Firma, die die Seilbahn gebaut hat, mittlerweile nicht mehr existiert. Dies ermöglicht es, die Bergstation mit gewissen Modifikationen weitgehend weiterzunutzen. 

Die Arbeiten wurden in verschiedene Lose aufgeteilt (Seilbahntechnik, Bauarbeiten, Tiefbau (für die Fundamente) und Hubschrauberflüge für den Materialtransport und die Montage). Hierbei ist auch berücksichtigt, dass wir bestimmte Punkte in Eigenregie machen können, wie beispielsweise Demontage der alten Talstation und Teile des Aufbaus der neuen Talstation, Fällarbeiten, Grabungen für die Fundamente (sofern das Gelände und die geologische Beschaffenheit händische Grabungen zulässt).

Zudem haben wir in 2025 die notwendigen Genehmigung des Vorhabens bei den zuständigen Behörden erwirkt, was zusätzlich einige Zeit sowie Anpassungen in der Planung erforderte. 

Zudem konnten in 2025 noch Fällarbeiten rund um die neue Talstation und einem geplanten Mast im Rahmen einer außerordentlichen Arbeitsausfahrt durchgeführt werden. 

Nachdem die erforderlichen Genehmigungen erteilt wurden und für die o.g. Themen Lösungen gefunden wurden, wurde der Auftrag an die entsprechenden Firmen Ende des Jahres erteilt. Beginn der operativen Arbeit ist so früh wie möglich geplant (wobei wir durch das Hubschrauberflugverbot bis zum 15.08 etwas Geduld aufbringen werden müssen).

Selbstverständlich halten wir euch auf dem Laufenden und beantworten eure Fragen auf der nächsten Mitgliederversammlung im April.