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Montblanc - Lebensgefahr!!

Schon während meines Urlaubes erfuhr ich durch Freunde und persönliche Telefonate mit dem Bergführerbüro in Chamonix und den Hüttenwirten der französischen Hütten von den katastrophalen Verhältnissen und Bedingungen am Montblanc - gewaltiger Steinschlag - Eistürme brechen zusammen - nur extrem schwierig überwindbare Spalten - Blankeis - Tote an den Zustiegen und viele Bergsteiger müssen aus Touren evakuiert werden.

Bergschrund am Gran Paradiso All diese Informationen beunruhigen mich alten Hasen trotz meiner langjährigen Erfahrung sehr. Längst habe ich mir in den Wochen vor den geplanten Hochtouren meine eigenen Gedanken gemacht, über diesen so herrlichen Sommer mit Rekordtemperaturen, die den katastrophalen Zustand der Gletscher verursachten. Eindrücke während meiner davor liegenden Urlaubswochen in den Alpen signalisieren mir trotz herrlichem Bergwetter Schreckliches, warnen zur ausgesuchten Routenwahl und extremster Vorsicht. Auch das Ziel der Hochtourengruppe unserer Sektion sollte, wenn möglich, der Montblanc sein. Allerdings wollte ich mit der Gruppe von der Italienischen Seite ansteigen, was in jedem Fall möglich sein sollte. Bereits bei der ersten Akklimatisationstour an der Blümlisalp wurden den Teilnehmern die extremen Bedingungen regelrecht vorgeführt. Die Tour forderte allen viel technischen Einsatz und Kondition ab. Auf den Gletschern, ein Suchen im Labyrinth, und alle Steilhänge waren blankes Eis. Allerdings schaffte das für alle die beste Voraussetzung für die weiteren Touren. Das nächste Ziel, unser erster 4000er (für einige tatsächlich der erste), der Gran Paradiso 4062m, gingen wir damit gelassen an. Unser Endziel der Montblanc, wurde mir zu diesem Zeitpunkt immer noch vom Hüttenwirt der Gonellahütte als gangbar bestätigt, was ich allerdings mit großer Skepsis aufnahm. War doch der Anstieg zum Gran Paradiso alles andere als gewöhnlich, so war dieser, mein fünfter Anstieg zu diesem Gipfel, geprägt vom Zickzack laufen, riesiger Spaltenzonen und dem Einsatz von Aluleitern - manch anderen Seilschaften wurde es zum Horrorgang.

Im Gletscherbruch-Anstieg zur Signalkuppe Ein besonderes Erlebnis war die zweite Tour auf die "La Tresenta", ein sonst mit viel mehr Eis bedeckter Gipfel war wie abgeleckt, wie ein überdimensionaler Haufen Straßenschotter lag er vor uns. Wer nicht sicher auf den Füßen stand und nicht den richtigen Stein als Tritt benutzte, fand sich just 3 Meter tiefer. Ganz hervorragend meisterte die Gruppe aber auch dieses wackelige und sehr alpine Hindernis und erreichte sicher den Gipfel. Ein ebenfalls erschreckendes Bild zeigte uns auf dem Rückweg der formschöne sonst eisgekrönte Chiaforon dessen makellose Nordwand nur noch Eisreste in Form einer Ruine darstellte. Trotz der bedrückenden alpinen Wahrnehmungen waren die Ziele bei diesem Wetter echte Traumtouren. Mit Begeisterung und hochmotiviert begannen wir nach nochmaliger Absprache mit dem Hüttenwirt den langen Aufstieg zur Gonellahütte. Seilschaften, die im Abstieg von der Hütte uns entgegen kamen, boten ein Bild von Traurigkeit. Enttäuschung und Angst standen noch in Ihren Gesichtern. Ernüchternde Antworten auf unsere Befragung nach Verhältnissen, Möglichkeiten und Chancen. Seit über drei Wochen war auch von dieser Seite keiner auf dem Gipfel. Zeitraubende Sucherei zwischen vom zusammenbrechen bedrohten Seracs machten jeden Versuch zu einem lebensgefährlichen Roulettspiel. Die Aussagen der Alpinisten bewogen mich, die Tour noch vor dem eigentlichen Beginn abzubrechen. Unverständlich, dass der Hüttenwirt uns da noch herauf locken wollte. Eine echte Alternative war nach einigen Schwierigkeiten mit etwas Verhandlungsgeschick (Hütten alle belegt) im Wallis gefunden. Die Gnifettihütte im Monte Rosa bot uns für die verbleibenden Tage Unterkunft, und in Folge gelangen uns die bekannten hohen Gipfel:

Anstieg zum Schwarzhorn Vincentpyramide, 4215m - Balmenhorn, 4167m - Schwarzhorn, 4321m - Ludwigshöhe, 4341m - Parrotspitze, 4432m - Zumsteinspitze, 4563m und die Signalkuppe, 4554m. Auch hier waren die Eisanstiege durch die Temperaturen und den daraus resultierenden Bedingungen erschwert, aber ungefährlich. Eine Hochtourenwoche der Superlativen, wenn auch nicht der Montblanc- so die Gruppe, und Wolfgang, der hierzu nachfolgend seine Eindrücke beschreibt.
Peter Trzaska

Am 16. August von Kandersteg über Oeschinensee den Aufstieg zur Blümlisalp-Hütte in Angriff genommen. Die große Hitze und der steile Weg forderten ihren Tribut. Deftige Blasen beschäftigten uns während der folgenden Tage - meterweise Blasenpflaster und Tape wurden verbraucht. Die Hütte recht passabel und das Essen prima. Der Anstieg zum ersten Gipfel kostet uns wegen der schwierigen Eisverhältnisse viel Zeit. Im Anstieg stürzt ein Teilnehmer im Eislabyrinth - zum Glück flog nur sein Pickel in die Gletscherspalte, er wurde in einer einstündigen Bergungsaktion wieder geborgen. Im Abstieg passierte mir ein ähnliches Missgeschick - doch mein Pickel war nicht mehr zu bergen. Abstieg mit Pickel von Peter. Früh am Morgen der Abstieg und Gebietswechsel zum Gran Paradiso.

Am Gipfel des Balmenhorn Poweranstieg zur Hütte - gerade rechtzeitig zum super Menü und verdientem Bier, und dann ab ins gewöhnungsbedürftige Lager unterm Dach - Durchgangshöhe 1,30m. Um drei Uhr nachts: wecken - ein kurzes Frühstück und dann der Start zum Gran Paradiso. Bei herrlichem Wetter erreichten wir den Gipfel dank Peters souveräner Sicherungstechniken in recht kurzer Zeit. Die Schlüsselstelle musste mittels Aluleiter bei starkem Gedränge überwunden werden. Sonne und Erholung am Nachmittag vor der Hütte, und am Abend der erste 4000er Schnaps von Jens. Für die beiden anderen Erstbezwinger wurden die Runden auf den nächsten Tag verschoben. Tapfer haben die Kameraden diesen scharfen Heidelbeer-Grappa ertragen. Unser nächster Wechsel ins Monte Rosa Gebiet, statt zum Montblanc, entpuppte sich, wie von Peter versprochen, als Volltreffer. Bei weiterhin Traumwetter konnten wir hier noch weitere acht 4000er besteigen, und hatten außerdem noch viel Spaß !!! dabei. Alles in allem hatten wir eine super Tourenwoche mit herrlichem Wetter, schönen und auch anspruchsvollen Touren, viel Spaß und guter Kameradschaft. Dank der hervorragenden Betreuung und Führung durch Peter und Lutz gab es keinen Leerlauf, wir hatten volle Sicherheit und immer das Gefühl, in guten Händen zu sein. Dafür den beiden herzlichen Dank im Namen aller Teilnehmer.
Wolfgang Bohrmann