Herbstausfahrt nach Mallorca 2003
Pünktlich zur eintretenden Kälte in Deutschland verschlug es uns auch in diesem Jahr noch einmal in etwas wärmere Regionen, genauer gesagt Mallorca.
Los gehen sollte es am Samstag, dem 27.09.03, aber da unser Flieger schon um 5.00 Uhr abheben wollte, traf sich die sechsköpfige Gruppe bestehend aus Gerhard, Kai, Sylvia, Kevin, Frank und Steffi bereits am Freitag Abend zum Check-in am Frankfurter Flughafen. Nachdem wir der Handgepäckkontrolle erklärt hatten, dass Gerhards Stirnlampe keine Bombe ist, konnten wir am Samstagmorgen pünktlich abheben. Ankunft in Palma war um 7.00 Uhr, zwar nicht bei Sonne, aber Wärme. Während sich die Frauen um das Gepäck kümmerten, besorgten die Männer die Mietautos, und somit konnte die Fahrt gen Norden zu unserem Quartier in Cala San Vincente schnell angetreten werden. Nach einer kleinen Autotour durch Palma kamen wir auf die westliche Küstenstraße der Insel. Unser Plan, gleich den ersten Flieger am Samstag zu nehmen, um möglichst wenig Zeit zu verschenken, ging leider nicht ganz auf. Da bei allen von uns nachts um kurz nach drei der Wecker geklingelt hatte, waren wir jetzt dementsprechend müde und nutzten die Stops an Aussichtspunkten und Felsformationen eher dazu, wieder wach zu werden, anstatt die wunderschöne Landschaft zu genießen. Nach einem Grundeinkauf in Pollenca kamen wir kurze Zeit später gegen 14.00 Uhr in unserem Ferienhaus an. Darüber, dass wir keinen Vermieter antrafen, wunderte sich zu diesem Zeitpunkt noch keiner, weil wir wie verabredet den Schlüssel unter der Fußmatte vorfanden. Der Hunger siegte über die Müdigkeit, und so legten wir erst einmal eine Mittagspause ein. Brot mit Wurst und Käse, dazu Oliven stillten unseren ersten Hunger. Während sich Frank und Steffi noch mal auf den Weg in den Supermarkt machten, um die im Halbschlaf vergessenen Dinge noch einzukaufen und die Umgebung etwas zu erkunden, fiel die restliche Crew schon in die Betten. Nach einer allgemeinen Schlafpause wagte Sylvia den ersten Gang in unseren hauseigenen Pool. Um halb neun machte sich der nächste Hunger breit, den wir schnell wieder mit Spaghetti mit Tomaten-Pilz-Oliven-Soße vertrieben. Dazu gab es spanischen Wein und als Nachspeise Eis. Nach einer Verdauungspause auf der Couch zogen Frank, Steffi, Kevin und Sylvia das Verlangen nach Bewegung und frischer Luft raus. Was wir allerdings nicht ahnten war, dass sich der tröpfelnde Regen während unseres Spaziergangs zu einem einzigen Schutt entwickeln sollte. Aber da wir innerhalb kürzester Zeit klatschnass waren und unsere Schuhe ihren eigenen Seegang hatten, konnte es nicht mehr schlimmer kommen, und wir gingen weiter. Das Wetter war den ganzen Tag über zwar warm, aber bewölkt. Da der Regen auch erst abends einsetzte, war dieser auch nicht sonderlich störend.
Am Sonntag nach dem Frühstück, machten wir uns auf den Weg in unser erstes Klettergebiet nach Crevetta. Der Parkplatz war schnell gefunden, doch mit dem Abstieg ins Gebiet hatten wir leichte Schwierigkeiten, da unser Weg eher einem Urwald als einem Klettergebiet glich. Das Wetter hatte sich gebessert, bis auf ein paar Wolken hatten wir Sonne. Nach der Ankunft in den richtigen Sektoren blieb jedoch kein Wunsch mehr offen. Schöne Genussklettertouren in mittlerer Schwierigkeit und dazu einen beidseitigen Blick auf das Meer. Um 19.00 Uhr machten wir uns zur Weiterfahrt zum Cap Fomentor auf, um vor dem Sonnenuntergang da zu sein. Der Plan ging auf, und so konnten wir einige schöne Bilder knipsen. Nach einer kurzen Visite bei einem Turm auf einem weiteren Berg machten wir uns nach Hause auf, um uns die wohl verdienten Gnocchis mit Käsesoße und Caprese schmecken zu lassen.
Am Montag fuhren wir in das Klettergebiet bei Calvia. Nach einer halben Stunde Anstieg durch eine urwaldige Schlucht kamen wir am Fels an. Nachdem wir alle ein paar Touren geklettert hatten, mussten wir nach einer weiteren halben und einerdreiviertel Tour feststellen, dass die Bewertung auf Mallorca doch etwas härter ist, als die deutsche. Der Fels kam nicht an den des Vortages heran, da er sowohl speckig als auch scharfkantig war. So machten wir uns nach dem Abstieg auf den Weg nach Palma, um einen weiteren und aktuelleren Kletterführer zu finden. Der Erfolg war uns leider nicht gegönnt. Wir machten uns auf nach Hause. Ein kleiner Stopp im Supermarkt, um die fehlenden Dinge zum Abendessen zu besorgen, dann ging es ans Pizza backen.
Am Dienstag wurden wir von der Sonne geweckt, und so verlegten wir unser Frühstück
nach draußen. Die Hoffnung einen sonnigen und nicht „nur“ warmen
Tag zu haben, wurde nicht erfüllt, da es schon während des Frühstücks
wieder komplett zuzog. Das hielt uns nicht davon ab, ins nahgelegene Klettergebiet
nach Puerto de Pollenca zu fahren. Dort stellte sich allerdings Ernüchterung
ein. Weder die im Führer beschriebenen 3 Kettenhunde, noch die Touren
waren so richtig zu finden. Gerhard und Kevin testeten eine Tour an, doch merkten
dabei, dass selbst die Haken abgeschraubt waren. Also machten sich die beiden
auf zum Huge Bloc, der im gleichen Klettergebiet liegt, um dort eine Mehrseillängentour
zu klettern. Der Rest erkundete Alicante mit dem dazu gehörigen Strand.
Das Wetter hatte sich leider seit morgens nicht mehr verändert, und es
war recht kühl. Das hielt Frank und Steffi nicht davon ab, trotzdem ein
Bad im Meer zu nehmen. Nachdem wir auch die letzten Touri-Shops durchkämmt
hatten, fuhren wir gegen 18.00 Uhr zurück. Kevin und Gerhard kamen kurz
nach uns und schwärmten den ganzen Abend von ihrer Mehrseillängentour.
Zum Essen gab es Reis mit süß-saurer Soße, dazu Schweinefilet.
Nach dem Essen wurde das traditionelle Bohnanza-Spiel ausgepackt uns bis spät
gespielt.
Am nächsten Morgen fuhren wir nach Sagubia. Der Anstieg zu den Touren
durch ein ausgetrocknetes Bachbett war sehr mühselig, da es sehr warm
und schwül war. Im ersten Sektor fanden wir wieder das gleiche Problem
vor, wie auch schon die Tage zuvor. Eine Tour bewegte sich in unserer Schwierigkeit,
zwei andere wurden als Gemeinschaftsprojekte angetestet, aber nicht bis zum
letzten Haken geschafft. Im Nachhinein viel zu spät kam die Entscheidung,
den Sektor zu wechseln. Denn mit einem Mal hatten wir eine Vielzahl von super
schönen Touren, die alle direkt nebeneinander lagen und wie für uns
gemacht waren. Wir fanden immer mehr Varianten die noch geklettert werden wollten
und so kam es, dass es schon stockdunkel war, als wir wieder an den Autos ankamen.
Zu Hause beeilten wir uns mit den Kochen, damit unsere schon seit Stunden knurrende
Magen endlich Ruhe gaben. Es gab bunte Spaghetti mit Tomaten-Oliven-Soße.
Am Donnerstag entschieden wir uns zu einem Alternativprogramm zum Klettern. Unser Ziel war eine Durchwanderung der Torrente de Parais, einer Schlucht mit „Meermündung“ im Nordwesten der Insel. Die Tour war im Führer mit 5-6 Stunden beschrieben. Daher gingen wir schon früh los. Frank und Kai stellten ein Auto an den Ausgang der Schlucht, nachdem sie uns am Einstieg angesetzt hatten. Wir erkundeten in dieser Zeit den Startpunkt der Wanderung und machten uns mit den Sicherheitshinweisen zu dieser Tour vertraut. Obwohl wir weder Neoprenanzüge noch Trillerpfeife dabei hatten, gingen wir den einstündigen Abstieg von Escorca in die Schlucht an. Das Durchqueren der Schlucht war eine Mischung aus laufen, springen, klettern und ablassen. Obwohl die meisten Stellen ohne Hilfe von Kletterausrüstung zu überwinden waren, freuten wir uns bei anderen, vor allem am unteren Ende der Schlucht über angebrachte Seile als Handlauf, da die sehr abgespeckten Stellen anders nicht zu überwinden gewesen wären (von uns natürlich schon, da jeder seinen Gurt und Kai ein Seil mit hatte). Kurz vor dem Ziel legten wir aus verschiedenen Gründen ? noch eine Pause ein. Gerhard und Steffi gingen nach einiger Zeit schon mal vor, mussten aber nicht lange auf die anderen warten. Um 17.00 Uhr kamen wir am Ende der Schlucht an. Kevin und Frank hatten noch die Energie, Steine zu flitschen und zu werfen, die anderen zogen Erholung vor, bevor wir auch die letzten 500 Meter bis zum Strand bezwangen. Abends gab es Nudel-Gemüse-Auflauf, und wir gingen, verständlicherweise, recht früh ins Bett.
Freitag war unser letzter vollständiger Tag auf der Insel. Wir entschieden uns für ein Klettergebiet im Südosten namens Santany und hatten somit eine eineinhalb-stündige Anreise. Der Abstieg ins Klettergebiet betrug maximal 5 Minuten. Das Wetter war echt super. Blauer Himmel mit strahlendem Sonnenschein. Zum Klettern war es allerdings schon fast zu heiß. Der Sandsteinfels lag direkt am Meer. Am Vorabend hatten wir uns noch darüber lustig gemacht, warum man einen Fels imprägnieren sollte, heute standen wir der Sache ganz anders gegenüber, da der Fels besonders im unteren Bereich sehr brüchig war. Sylvias Sympathie gegenüber dem Fels konnte nicht wirklich geweckt werden. Somit zog sie es vor, sich mit einem Buch in ein ruhigeres Eckchen zurück zu ziehen. Steffi leistete ihr nach 2 gekletterten Touren Gesellschaft im Club der Faulenzer. Die nicht zu ermüdenden Männer ließen es sich nicht nehmen, den Fels so richtig auszukosten. Am Nachmittag begaben wir uns alle zum Stand, um noch etwas Sonne zu tanken. Die Sonne verschwand leider schnell, als sie unsere weißen Bäuche sah. Wir gingen trotzdem alle schwimmen und erkundeten die Badeinsel mit Sprungbrett und Rutsche. Bevor wir uns auf den Heimweg machten, genehmigten wir uns ein Eis. Zum Abendessen gab es nochmals leckere Gnocchis mit Käsesoße. Danach ging es ans packen für den Abreisetag.
Am Samstag morgen frühstückten wir ordentlich, bevor wir uns ans
Säubern des Hauses machten. Eigentlich hätten wir es nicht wirklich
tun müssen, da wir komischerweise die ganze Woche weder einen Vermieter
gesehen hatten, noch irgendeine Kaution bezahlt hatten. Wären nicht am
Mittwoch morgen zwei Putzfrauen da gewesen die die Ökosteuer von uns verlangten,
hätte vermutlich niemand erfahren, ob wir wirklich auf Mallorca gewesen
waren oder ausschließlich das Haus bezahlt hatten. Als wir das Haus wieder
in seinen ursprünglichen Zustand versetzt hatten, fuhren wir in Richtung
Castelle d’Alaro los, wo wir ein paar Touren klettern wollten. Einsetzender
Regen machte uns einen Strich durch die Rechnung, und wir fuhren weiter nach
Palma. Unser Flieger ging erst abends, und wir hatten genügend Zeit für
eine ausführliche Stadtbesichtigung. Da die ganze Woche die Vegetarier
am Herd standen, verlangten die Fleischesser an diesem Tag nach einem Fischrestaurant.
Das bekamen sie auch. Ein schön gelegenes Restaurant direkt am Hafen sollte
unser Ziel werden. Für die Vegetarier gab es da jedoch außer gebratenen
Champignons im Miniformat oder trockenem Brot nichts, und somit besuchten wir
anschließend ein zweites Restaurant in dem auch die Vegetarier etwas
Leckeres fanden. Danach ging es zum Flughafen. Wir gaben die Autos ab und hatten
anschließend noch 2 Stunden Zeit, die wir auf der Freiluftterrasse verbrachten.
Um kurz nach 23.00 Uhr landeten wir sicher auf dem Frankfurter Flughafen.
Somit war auch diese Woche schon wieder vorbei......
Steffi Weyer
