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Inselwandern die erste, La Gomera wandern, baden und mehr?

Gipfelbild Da standen wir, (Franz, Sonja, Barbara, Juliane, Lydia und Ich) am Morgen des 19. Septembers am Rüsselsheimer Bahnhof und harrten der Dinge, die da noch kommen sollten. Denn Lothar wollte einen Bus besorgen, der uns direkt zum Flughafen bringen sollte. Das war eine wahre Freude als wir Lothar in dem Bus ankommen sahen, hatten wir uns doch so die etwas umständliche Fahrt mit der S-Bahn erspart. Am Flughafen angekommen, hieß es erst einmal einchecken und sich anschließend in Geduld üben, da unser Flug erst in knapp zwei Stunden starten sollte. Aber bei einer frohgelaunten Truppe, die voller Erwartungen steckt, geht auch diese Wartezeit wie im Fluge vorbei. Apropos Flug: Die Flugzeit nach Teneriffa betrug gut vier Stunden, und so kamen wir am späten Nachmittag an. Nach einer kurzen Pause am Hafen wurden wir auf eine Fähre verfrachtet. Leider war dies die letzte Fähre, und sie sollte für das kurze Stück ganze anderthalb Stunden unterwegs sein. Im Hafen von San Sebastian de La Gomera angekommen, hatten wir auch noch eine gute Stunde Busfahrt vor uns. Ich kann euch sagen, wir waren ganz schön geschlaucht bei unserer Ankunft im Hotel. Nach einem kurzen Imbiss hat es uns auch sogleich in die Zimmer gezogen, wo wir eine recht kurze Nacht verbrachten. Wir hatten uns geeinigt, möglichst als erste zu frühstücken, um den Tag in vollen Zügen genießen zu können. Apropos Zug: Auf Gomera gibt es natürlich keine Züge. Wir hatten zwei kleine Leihwagen, mit denen wir die Insel unsicher machten.

Nun kann es losgehen

Unsere erste Tour führte uns durch den Barranco de Aurure zum Wasserfall von El Guro. Diese nicht immer leichte Tour durch den Barranco bereitete uns am ersten Tag schon einen großen Spaß. Wurden wir doch schon am ersten Tag mit einem der schönsten Flecken der Insel vertraut. Am Wasserfall, wobei Wasserfall eigentlich etwas übertrieben ist, kam doch nur ein mehr oder weniger ergiebiges Rinnsal herunter, hatten wir eine Gaudi, denn keiner von uns ist trocken geblieben, wobei Franz sich gar eine Ganzkörperdusche gegönnt hatte. Am späten Nachmittag am Hotel angekommen, hieß es erst mal das Wasser des Atlantiks und seine Wellen zu spüren bekommen. Dies war eine echte Herausforderung. Die Brandung war recht hoch und die Wellen ließen sich von uns nicht immer einschätzen. Anschließend wurde geduscht, und wir trafen uns zum Abendessen im Restaurant. Um es hier gleich vorweg zu nehmen, wir hatten die nächsten 14 Tage ein tolles Abendessen, und es hat uns immer sehr gut geschmeckt. Man spricht sogar davon, dass der eine oder andere, trotz unserer zahlreichen Wandertouren, etwas zugenommen haben soll. Abends wurde dann, wie bei unseren Touren schon üblich, Karten gespielt. Dieses Mal sollte es ein Turnier über die gesamten 2 Wochen sein. Der Verlierer sollte 2 Liter Sangria ausgeben. Es stellte sich heraus, dass wir an jedem dieser Abende eine wunderbare Unterhaltung gefunden hatten. Der zweite Tag führte uns in den Norden der Insel. Wir wanderten von Vallehermoso zur Cumbre de Chiguere. Dies war eine grandiose Rundwanderung mit tollen Aussichtspunkten an der Nordwestspitze der Insel. Sie führte uns oberhalb der Roque de Los Organos (die Orgelfelsen) vorbei. Leider war der Rückweg auf der Landstraße etwas mühsam und vor allen Dingen sehr heiß. Am nächsten Tag stand uns ein kleines Abenteuer bevor. Wir wanderten die Tour rund um El Cedro. Als kleines Highlight sind wir durch einen 500 Meter langen Wassertunnel gelaufen. Gut, dass alle eine gute Taschenlampe dabei hatten. Nach einer schönen Runde um El Credo und den Regenwald, haben wir eine längere Rast bei der Ermita de Lourdes gemacht. Dort beschloss ich, zur Freude meiner Mitwanderer, auch den Rückweg durch den Tunnel zu machen.

Wanderung durch die Insel Den nächsten Tag ließen wir etwas ruhiger angehen, denn eine Autotour nach Apulo stand auf dem Programm. So lernten wir die Insel einmal von einer anderen, aber auch durchaus reizvollen Seite kennen.

Nebelwald und Donna Efigenia

Eine der schönsten und auch längsten Touren machte wir dann auf dem darauf folgendem Tag. Wir bestiegen zunächst den Fortaleza. Dieser glänzte durch eine geniale Rundumsicht und hatte noch eine kleine Kletterpassage beim Aufstieg parat. Weiter ging es anschließend zum höchsten Punkt der Insel: Dem Garajonay. Am Tag darauf führte uns der Weg wieder nach Vallehermoso: Diesmal hatte ich eine Wanderung zum Aussichtspunkt El Tion ausgesucht. Dieser wunderbare Weg führte uns unter anderem am Cruz deTierno und am Roque Cano vorbei. Ein weiterer Hochgenuss war sicher die Wanderung des darauf folgenden Tages. Wir wanderten durch den Barranco der Guarimiar, auch Dolomitenschlucht genannt. Diese Schlucht braucht keinen Vergleich mit den uns so bekannten Alpen zu scheuen. Das Erlebnis war für uns grandios. Die Hitze des Tages war zwar nicht immer angenehm, hatten wir doch nach einem längerem Abstieg noch einige Höhenmeter im Aufstieg zu bewältigen. Zur Entspannung nach dieser doch recht anstrengenden Tour ging es tags darauf in den Nebelwald. Mit wenig Höhenunterschied drehten wir unsere Runde, und der krönende Abschluss war ein Essen in einer etwas außergewöhnlichen Bar: La Montana in Las Hayas. Dort kocht eine kleine gomerianische Legende. Denn bei der Wirtin Donna Efigenia wird alles frisch zubereitet und das alles rein vegetarisch. Das Gemüse und Obst wurden für uns frisch aus dem Garten geerntet, dafür mussten wir allerdings auch 2 1/2 Stunden auf unser Essen warten. Das Warten hatte sich gelohnt. Es gab ein außergewöhnlich leckeres Gomerianisches Essen. Nach einer solchen Entspannung und Erholung konnten wir natürlich am nächsten Tag eine etwas anstrengendere Wanderung unternehmen. Diesmal ging es quer über die Insel, nämlich von Valle Gran Rey bis nach Vallehermoso und mit dem Taxi zurück. Eine sehr reizvolle Inseldurchquerung, die den schönen Charakter dieser wunderbaren Insel zeigt. Nach einem recht anstrengendem Tag folgt natürlich ein Entspannungstag, dieser führte uns nach Alajero zum berühmten Drachenbaum. Ein grandioser Anblick. Anschließend besuchten wir bei einem Abstieg zum Gipfel die Ermita San Isidor und genossen den herrlichen Ausblick auf den Atlantik und Teneriffa in weiter Ferne.

Zum Sonnenuntergang auf den Garajonay

Heiß und kalt auf dem Garajonay Am nächsten Tag kam alles anders, als wir es uns wünschten, denn geplant war eine Bootstour rund um die Insel zu den Orgelfelsen. Leider teilte man uns am Hafen mit, dass etwas mit dem Motor nicht in Ordnung sei. Dies brachte natürlich meine Planung gehörig durcheinander. Dieser Tag war nämlich als Erholung geplant, und eine größere Tour wollte ich noch nicht unternehmen. Was blieb, war eine Autotour zum Brandmaldenkmal und eine Besteigung eines kleinen Gipfels und als Krönung der Sonnenuntergang auf dem Garajonay. Als wir am höchsten Punkt der Insel angekommen waren, hatten wir noch jede Menge Zeit. Irgendwann packte Lothar aus seinem Rucksack eine Flasche Wein aus und Sonja die passenden Gläser. Das gab ein großes Hallo und die Flasche wurde sogleich geköpft, natürlich war auch ein Korkenzieher vorhanden. Auf dem Gipfel wurde viel geflachst, vor allen Dingen über meinen Spruch "Eine Mütze und ein Paar Handschuhe gehören immer in den Rucksack". Also, was blieb mir auch anders übrig als Mütze, Handschuhe und Jacke einmal anzuziehen. Lothar ließ sich nicht lumpen, hatte er doch seine Badehose drunter (geplant war ja der Schiffsausflug mit Badestopp) und stellte sich in seiner Badehose neben mich. Das war eine Gaudi, aber so konnten wir das Nord-Süd, Kälte-Wärme-Gefälle eindrucksvoll dokumentieren. Danach erlebten wir einen wunderbaren Sonnenuntergang, ich glaube von diesem werden wir in den nächsten Jahren noch schwärmen.

Delphine Life

Am darauffolgendem Tag stand dann unser Bootsausflug auf dem Programm. Wir sahen Delphine im Atlantik, lernten die Insel vom Wasser her kennen, machten einen Badestopp und wurden unterwegs gut unterhalten. Und leckeren Fisch gab es auch noch zu essen, sehr zum Leid von Lydia, die sich an diesem Tag von einem mitgebrachten Brötchen und ein paar Bananen ernähren musste. Leider konnte auch Sonja an der Bootstour nicht teilnehmen, da sie sehr schnell seekrank wird.

Abschlusstouren

Der nächste Tag sollte für Franz und mich etwas besonderes werden. Während Barbara, Juliane, Sonja, Lydia und Lothar einen Kulturausflug mit dem Auto nach San Sebastian de la Gomera unternahmen, wanderten Franz und ich rund um unseren Urlaubsort. Diese Tour führte uns zunächst durch den Barranco de Argaga. Wir mussten zum ersten mal auf La Gomera unsere Hände zum steigen einsetzen, denn es galt leichte Kletterstellen zu überwinden. Unser erstes Etappenziel, die Ermita N.S. de Guadalupe, hatten wir nach rund 3 Stunden erreicht. Durch die hohe Feuchtigkeit in dem Barranco hatten wir keine trockene Faser mehr am Körper. Deshalb gönnten wir uns bei strahlendem Sonnenschein eine recht lange Rast und machten es uns dort oben mit wunderbarem Ausblick gemütlich. Da wir den ganzen Tag Zeit hatten, wollten wir dies natürlich nutzen und so stiegen wir nicht direkt ins Tal hinab, sondern bestiegen noch folgende Gipfel: Montana del Adivino, Las Pilas und Tequergenche. Auf der Hochfläche des Las Pilas entdeckten wir verlassene Häuser. Selbst weit abseits jeglichen Verkehres war diese Gegend besiedelt. Als wir nach gut 8 Stunden im Tal ankamen, war die nächste Bar die unsere, hatten wir doch im Abstieg an unseren Reserven gezehrt, denn bei der Hitze (rund 30° im Schatten) hat unser zwar reichlich bemessener Getränkevorrat nicht ausgereicht.

Blick von Gomera zum Teide Unsere letzte Wandertour auf La Gomera wurde etwas ganz besonderes: Oberhalb von Valle Gran Rey gibt es vier Dörfer, die durch Barrancos getrennt sind, als krönender Abschluss war ein Bummel durch diese Dörfer und deren Bars geplant. Mit dem Taxi fuhren wir nach Arure, in der erst besten Bar wurde ein frisch gepresster Orangensaft getrunken. Weiter ging es auf gemütlichem Weg nach Las Hayas, hier durfte natürlich eine Einkehr bei Efigenia nicht fehlen, wie gewohnt warteten wir fast eine Stunde auf unseren Bananen-Gemüse-Spezial-Drink, aber das Warten hat sich alle mal gelohnt. Die nächste Etappe führte uns zum berühmten Töpferdorf El Cercado, dort gab es ein erfrischendes Bier und der ein oder andere hat ein kleines Schnäppchen eingekauft. Als letzte Station war das Dörfchen Chipude mit seiner berühmten Bar Sonja an der Reihe. Hier gab es einen Espresso mit Schuss und Tapas mit Käse. Am späten Nachmittag wurden wir vom Taxi wieder in unser Hotel gefahren. Dies war die letzte Wandertour in unserem La Gomera Urlaub. Sicher haben wir viel erlebt und hatten alle unseren Spaß. Leider konnte ich nicht alle Anekdoten und Erlebnisse dieser zwei Wochen nieder schreiben, denn sonst müssten wir unser Heft mit einem Paketdienst verschicken. Lydia und ich freuen uns schon auf 2004 und hoffen, dass wir mit unseren Mitwanderern genauso viel Spaß haben werden wie 2003. Ich hoffe, dass alle die meine Zeilen lesen, genauso viel Spaß haben, wie ich beim Schreiben. Bleibt mir nur noch ein schönes und gesundes Bergjahr 2004 zu wünschen und kommt mir bitte alle gesund und munter wieder nach Hause.
Berg Heil
Rainer Beer