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Die Ski-Langlaufgruppe stellt sich vor

 

Alternativ-text

Als Ergänzung und Ausgleich zu der Sommeraktivität des Bergsteigens gibt es innerhalb der Sektion seit über 30 Jahren im Winter auch ausgeschriebene Ausfahrten für die am Skilanglauf interessierten Mitglieder. Anfangs traf man sich zu spontanen Tagesausfahrten in die umliegenden Mittelgebirge wie Taunus, Rhön und Schwarzwald, doch relativ schnell fand sich eine Gruppe von 30 bis 40 Mitgliedern, die auch Mehrtagesausflüge in den Schwarzwald, den Bayerischen Wald, das Allgäu, Chiemgau, Tirol mit z.B. Kaiserwinkel und Tannheimer Tal und in die Schweiz unternahmen. So führte uns die letzte Tourenwoche 2002 mit 30 Teilnehmern für eine Woche in das herrliche Oberengadin. Mit täglichen Touren von 20 bis 40 km um Silvaplana, St. Moritz und Pontresina hatten sowohl die Skater als auch die Klassiker ideale Möglichkeiten, ihren Sport in einer harmonischen Gruppe auszuüben.

Die Gruppe ist offen für jeden, der Spaß am Skilanglauf hat oder finden möchte. Eine "Extra-Gruppenmitglied­schaft" ist, wie in allen anderen Gruppierungen unserer Sektion auch, nicht vonnöten. Für die Zukunft wünschen wir uns zum mitmachen weitere, auch junge Freunde dieser eleganten Sportart. Die sehr dynamische Skatingtechnik könnte hier ein Anreiz sein. Leider haben die letzten schneearmen Winter einen kontinuierlichen Sport in unserer Region verhindert. Dessen ungeachtet freuen wir uns auf die neue Saison, auch wenn teilweise längere Anfahrten in Kauf genommen werden müssen.

Der Start unserer Gruppe

Als wir im März 1978 nach Hinterlangenbach in den Nordschwarzwald zu einer ersten ausgeschriebenen Wochenend-Skiwanderung fuhren, hatte eine schon seit Wochen andauernde Warmwetterperiode alle Hoffnungen auf Schnee zunichte gemacht. Daher hielten es die meisten für angebracht, ihre Skier zu Hause zu lassen und sich aufs Wandern einzustellen. Wider Erwarten trafen wir bei der Ankunft auf prächtige Schneeverhältnisse und nur ein paar Unentwegte hatten ihre schmalen Bretter dabei. Während die eine Gruppe den Schwarzwald zu Fuß erwanderte, genossen die Ski-Lang­läufer erlebnisreiche Touren, am ersten Tag bei Nieselregen und Nebel. Um eine Rundwanderung zu machen, fehlte eine durchgängig gespurte Loipe, so ging es auch mal querfeldein durch ein Windbruchgebiet mit gewaltigen Wurzeln, die es zu überwinden galt.

Die Freude an dieser schönen Sportart in einer gleichgesinnten Gruppe führte zu dem Entschluss, eine Ski-Langlaufausfahrt zum festen Programmpunkt in unserem Sektionsleben aufzunehmen.

Die Mittelgebirgsausfahrten


Es folgten mit rasch wachsender Beteiligung Ausfahrten in den Nord- und Südschwarzwald bei denen mal sehr gute, aber auch weniger gute Schneeverhältnisse angetroffen wurden. Wasserfeste Wanderschuhe für ein eventuelles Alternativ-Programm gehörten oft zum unverzichtbaren Inventar der Ausrüstung, denn Absagen wegen ungünstiger Witterung gab es nie, weder von Seiten der Teilnehmer, noch an die Beherbergungsbetriebe - unsere Sektionsmitglieder haben die Organisatoren nie verlassen und so mancher Hüttenwirt wunderte sich manches Mal über die unauslöschliche Moral, wenn die Gruppe abends pudelnass, aber fröhlich von einer ausgiebigen Schlechtwettertour zurück kam. So z.B. in Kniebis: im Jahr 1983 hatten wir uns im Schneesturm durch die Wälder gekämpft und zwei Jahre später sind wir im Schnürlregen - kein Krümel Schnee war zu sehen - gewandert, um am zweiten Tag im Biberkessel unter der Hornisgrinde, oh Wunder, noch eine halbwegs intakte Loipe zu finden und haben dies ebenfalls im strömenden Regen "genossen".


Ein wesentlicher Grund für den immer guten Zuspruch der Ausfahrten ist auch die Geselligkeit, die - unterwegs und in abendlicher gemütlicher Runde in der Hütte oder dem Gasthaus - nicht zu kurz kam. Oft fiel die Ausfahrt in die Faschingszeit, sodass spontan aus manchem Abend ein Kostümfest oder eine Fastnachtssitzung wurde.


Nachdem die bisherigen Wochenendausfahrten von Wanderwart Wolfgang Gurk organisiert und geleitet wurden, liegt diese Aufgabe seit dem Jahr 1989 in den Händen von Wolfgang Resch. Nachdem man im Februar diesen Jahres wieder einmal den Nordschwarzwald völlig schneefrei bei frühlingshaften Temperaturen erlebt hatte, entschloss sich die Gruppe, zukünftig schneesicherere Gebiete in den Alpen aufzusuchen.

Loipe ohne Schnee im Nordschwarzwald
Loipe ohne Schnee im Nordschwarzwald

Unabhängig davon wurden bei guter Schneelage kurzfristig spontane Touren in den Taunus, die Rhön und den Schwarzwald unternommen. Eine davon sei hier kurz erwähnt und zwar die 100-km-Tour von Schönwald im Südschwarzwald über Brend, Turner, Weißtannenhöhe, Hinterzarten, Gr. Feldberg, Notschrei bis zum Belchen. Dabei wurden von den 12 Teilnehmern anstrengende 2500 m Höhenunterschied in 2,5 Tagen mit Rucksack bewältigt. Aufgrund der großen Höhenunterschiede und der damit verbundenen wechselnden Temperaturen und Schneebedingungen waren die Pausen zum "Umwachsen" der Ski sehr willkommen.

Die alpinen Langlaufausfahrten


Als Ziel wurde Walchsee in Tirol auserkoren, ein "absolut schneesicheres Gebiet". Nun gut, während unserer ersten Anreise war kein Schnee zu entdecken, doch wenige Kilometer vor unserem Ziel wurde es weiß, wenn auch nicht an den Berghängen, so doch im Tal­grund - und in den Nordwänden, die für den Langlauf allerdings nicht so sehr interessant sind. Strahlender Sonnenschein, aber beinharte Loipen waren der Lohn für die relativ weite Anreise. Am Abend dann die große Überraschung: Wolfgang Resch hatte eine Hausmusik bestellt. Mit Harfe, Klarinette, Akkordeon und Gitarre verstanden es die Musiker, beste alpenländische und zünftige Tanzmusik zu bieten.

Der gute Zuspruch dieser Ausfahrt ließ uns jährlich bis 1995 in dieses Gebiet zurückkehren. Prächtige Schneeverhältnisse wechselten aber selbst hier mit weniger guten und in einem Jahr gab es sogar nur frühlingshafte grüne Wiesen und Berge - und dies Ende Januar! Doch auch hier machten wir das Beste daraus, packten unsere Bergschuhe aus und erlebten den Wilden Kaiser bei nahezu sommerlichen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein.


Ein Versuch, es erneut im Mittelgebirge zu versuchen, fiel buchstäblich ins Wasser: Bei Neuschönau im Bayerischen Wald fanden wir bei warmem Wetter nach längerem Suchen zwar noch ein befahrbares kurzes Teilstück einer Loipe, doch die Teilnehmer zogen am nächsten Tag einen Besuch im Wildgehege des Nationalparks vor. Unvergesslich bleibt bei jedem das Heulkonzert der Wölfe, die uns eine Sondervorführung gaben.

Mehrere Reisen der in die Langlaufgebiete um Ruhpolding und in das Tannheimer Tal, und im vergangenen Jahr ging es erstmalig in das Langlaufgebiet der Alpen, nach Silvaplana im Oberengadin. Trotz akuten Schneemangels hatte man es verstanden, bes­tens präparierte Loipen in der weiten Seenlandschaft herzu­richten, und alle Erwartungen konnten wohl noch übertroffen werden. Die guten Bedingungen führten zu der Entscheidung, auch im Jahr 2003 an diesen Ort zurück zu kommen, zumal wegen des Mangels an Schnee im vergangenen Jahr viele der schönsten Ausflüge nicht durchgeführt werden konnten.

Wolfgang Gurk/Wolfgang Resch