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Die Mittwochswanderer - ein Rückblick

Einige Daten:

Wir schauen auf das Jahr 1989 zurück. Ein sonniger Mittwoch im Mai. Elf Frauen aus unserer Sektion treffen sich wieder auf dem Parkplatz Haßloch-Nord, um einen erholsamen Tag im Odenwald zu erleben.

Wanderung am 10. Mai 1989 im Odenwald

Es war das erste Mal, dass ich eine Wanderung führte. Zuvor wurde die Strecke natürlich geplant und mit Karte und Partner vorgewandert: Vom Fürstenlager bei Auerbach über den Borstein nach Reichenbach ging es. Nach der Mittagsrast wanderten wir über Hohberg, Schönberger Schloß, „Ludwigslinde“ und durch den Park des Fürstenlagers mit seinen alten Mammutbäumen wieder zurück. Die Wirtin im Gasthaus in Reichenbach konnte nicht glauben, dass wir „so viele Umwege“ machen, um wieder zum Ausgangspunkt zurückzukommen!

Oktober 1991: Die Sonne im Glas

Es machte Spaß, Touren auszuarbeiten – und Ideen, die auf eine Umsetzung warteten, gab es genug. Unterstützung fand ich in den folgenden Jahren hauptsächlich durch Elfriede Bingel, Ingeborg Beyer, Angelika Wenzel und Gretl Möllendick. In den ersten Monaten war es noch nicht immer der erste Mittwoch im Monat – es konnte genauso gut der zweite oder auch der dritte sein. Die Absprache erfolgte meist bei der vorhergehenden Wanderung. Es wurde im Taunus, Odenwald, Rheinhessen, Rheingau, Kühkopf und „bei uns im Wald“ gewandert. Um die zehn Personen waren wir meistens. Da die Gruppe in der ersten Zeit ausschließlich aus Damen bestand, gab es manchmal Probleme mit dem Transport – da die Ehemänner oft das Fahrzeug gebrauchten und nicht jede Teilnehmerin einen Führerschein besaß. Oft waren wir mehr Personen als Pkw’s zur Verfügung standen und es mußte noch ein Fahrzeug organisiert werden. Eines war vor allem ganz wichtig: Wir mußten bis spätestens 16.30 Uhr wieder zurück sein, bevor die Ehemänner „vom Opel“ nach Hause kamen!

1995: Am Kloster St. Hildegard im Rheingau

Nach zwei Jahren etwa wurde der Kreis recht klein, und wir dachten schon, jetzt sei bald das Aus für die Mittwochswanderer gekommen. Doch siehe da, unsere (Ehe-) Männer gingen nach und nach in den Ruhestand und fanden am gemütlichen Mittwochswandern – als einem zusätzlichen Programm zu den traditionellen Sonntagswanderungen – Gefallen. Die Gruppe vergrößert sich seitdem und der ursprüngliche Gedanke von Herbert Meuselbach wurde doch noch Realität. Nun befinden uns schon im 13. Mittwochswanderjahr.

Unterwegs gibt’s immer viel Spaß

Neben vielen schönen Wanderungen besichtigten wir auch die Städte Mainz, Frankfurt und Wiesbaden, waren in Frankfurts Palmengarten und im Ledermuseum in Offenbach, beim ZDF in Mainz und auf dem Frankfurter Flughafen. Wir wurden fachkundig durch die Groß-Gerauer Zuckerfabrik, das Rüsselsheimer Opelwerk geführt, waren im Hessenpark und in der Wetterstation des deutschen Wetterdienstes im Odenwald, besuchten die Wasserwerke im Ried und eine Pumpstation, die den Flughafen mit Wasser versorgt, außerdem eine Seilerei in Groß-Gerau, eine Apfelweinkelterei im Taunus und waren auch im Observatorium sowie im Heimatmuseum in Trebur.

1. Dezember 1999: Auf dem Weg zum Frankfurter Weihnachtsmarkt

Das Kulinarische kam in den letzten Jahren auch nicht zu kurz: während der Wanderungen gab es Kaffee und selbstgebackenen Kuchen, Latwerge mit Bauernbrot oder Schmalzebrot, zur Faschingszeit zum Abschluss Kreppel und Fettgebackenes. Im Sommer wurde gegrillt und wir haben uns sogar mit einer wilden Wasserschlacht abgekühlt.
Im November, wenn es draußen nass und ungemütlich wird, wurden die Wanderschuhe mit den Badeschuhen getauscht, und wir trafen uns meist in einem der Schwimmbäder zwischen Wiesbaden und Frankfurt.

Februar 2001: Fröhliche Rast an der Antoniuskapelle

Erfreulich ist, dass sich inzwischen die Organisation und Durchführung der monatlichen Aktivitäten auf viele Schultern verteilt – so kommen auch immer wieder neue Ideen und Anregungen zur Ausführung.
Ich wünsche mir, daß wir noch lange gemeinsam unsere schöne Umgebung, die oft schon am Wegesrand Staunenswertes bereit hält, wandern können, um mit neuen Eindrücken von einem erlebnisreichen Ausflug in den Alltag zurückzukehren.

Ingeborg Gurk

Eine starke Gruppe: Die Mittwochswanderer im Mai 2002 am Rettershof

Eindrücke eines Mit-Mittwochswanderers

Einmal im Monat zieht’s auch die Mittwochswanderer fort,
der Treffpunkt ist der Parkplatz „Haßloch-Nord“.

Sie sind zwar nicht mehr ganz so jung,
drum bringen sie den Kreislauf gern in Schwung.
Doch alle sind sie Optimisten,
ob Stubenhocker – oder altgediente Alpinisten.
Sie alle wollen raus in die Natur,
das ist Balsam für die Seele – und formt auch die Figur.

Damit sich der Verkehr nicht so verdichtet,
wird eine Fahrgemeinschaft eingerichtet.
Man fährt im Konvoi dem Tourenführer hinterher,
dann fällt das Suchen des Zielorts nicht so schwer.
Die Ziele liegen im und um’s Rhein-Main-Gebiet,
wobei man uns’re schöne Heimat sieht.

Die Wanderstiefel werden stramm geschnürt,
so wird man durch Wald und Flur geführt.
Ob Rheingau, Hunsrück oder auch Rheinhessen,
kein Winkel wird dabei vergessen.
Den Tourenführern hier ein großes Lob gebührt,
sie haben uns niemals auf den falschen Weg geführt.

Auch Fahrradtouren sind in dieser Truppe sehr beliebt,
geht’s bergauf – da steigt man ab und schiebt.
Doch geht’s bergab, da meint so mancher Schlappe,
er wär‘ Jan Ullrich – auf einer Bergetappe!

In der kalten Jahreszeit packt man die Wanderstiefel ein,
fährt lieber ins Thermalbad, nach Königsstein.
Dort lässt man der Seele freien Lauf
Und päppelt im Whirlpool seine morschen Glieder auf.
Zwar pfeift bei manchem kräftig schon die Lung‘,
doch steigt man aus dem Wasser raus –
fühlt man sich wieder jung!

Zum Jahresabschluss ist meist ein Weihnachtsmarkt das Ziel,
das macht die Mittwochstruppe nochmal mobil.
Vom Lichterglanz wird man geblendet,
und der Ausflug dann – im „Beichtstuhl“ endet.
Zufrieden fährt man wieder heim,
mit einem Dank – an die Sektion Rüsselsheim.

Max Joas

Im Naturschutzgebiet Dachenau

Welchen Umfang hat die Ludwigseiche?

Im Kurbad Königstein

Im Dezember auf der Maaraue – auf dem Weg nach Mainz zum „Beichtstuhl“