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Die Entstehung des Mainzer Höhenwegs

Der Weg ist das Ziel, diese Aussage kann man im wahren Wortsinn auf den Mainzer Höhenweg beziehen. Die Überlegung, den ehemals von Gebirgsjägern angelegten Hindenburgweg wieder auszubauen, hatte nicht nur das Ziel einen hochalpinen Steig für Hochtouristen auszuweisen, sondern auch einen klaren Zweck.

Rheinland-Pfalz Biwak am Mainzer Höhenweg
Rheinland-Pfalz Biwak am Mainzer Höhenweg

Beide Sektionen, Braunschweig und Rüsselsheim, erhofften durch diese Verbindung auch höhere Besucher- und Nächtigungszahlen auf ihren Hütten. Die Initialzündung für den Wiederausbau des Hindenburgweges wurde bereits 1970 von der Sektion Braunschweig gelegt, indem sie sich in dieser Angelegenheit an den Hauptverein in München wandte. In der Sitzung des Hauptausschusses in Obertauern wurde vorgeschlagen, eine nichthüttenbesitzende Sektion für dieses Projekt zu gewinnen.

Nachdem der weitaus größere Teil des Hindenburgweges im Arbeitsgebiet der Sektion Rüsselsheim liegt, wurde diese Idee von uns mit Eifer aufgegriffen. Unsere Bemühungen führten auch zur Sektion Mainz, wo unser Anliegen auf offene Ohren stieß.

Auf der Jahreshauptversammlung der Sektion Mainz am 21. März 1972 wurden vom Vorstand der Versammlung folgende Vorschläge zur Anlage des zweckgebundenen Vereinsvermögens vorgelegt:

1. Ausbau einer Hochgebirgshütte

2. Einrichtung einer Biwakschachtel in der Nähe des Watzmann - Südgipfels oder Hochwanner - Gipfels

3. Ausbau des ehemaligen Hindenburgweges, der die Neue Chemnitzer Hütte mit der Braunschweiger Hütte verbindet. Bei der Abstimmung entschied sich die weitaus größere Mehrheit für den Ausbau des ehemaligen Hindenburgweges.

Am 9. September 1972 erfolgte dann eine Begehung des Hindenburgweges durch Mitglieder der Sektion Mainz. Die sehr positiven Eindrücke aus dieser Wegbegehung führten dazu, dass auf der nächsten Jahreshauptversammlung am 23. Januar 1973 der Ausbau des Hindenburgweges unter der neuen Bezeichnung »Mainzer Höhenweg« endgültig beschlossen werden konnte. Wegen der Länge des Weges (ca. 10 Stunden Gehzeit von der Chemnitzer zur Braunschweiger Hütte) und der grandiosen Lage in einer hoch alpinen Bergwelt wurde auch noch die Errichtung einer Biwakschachtel beschlossen, nachdem dies vom Hauptverein und von den hier heimischen Bergführern empfohlen wurde.

Aussicht vom "Frühstücksplatz"
Aussicht vom "Frühstücksplatz"

Vom 7. bis 9. Juni 1973 erfolgte eine weitere Begehung des Weges unter Beteiligung des Referenten für Hütten- und Wegebau, Herrn Leidensdorfer vom DAV in München. Auch Herr Leidensdorfer gab eine sehr günstige Beurteilung für den Ausbau des Weges ab und sagte die volle Unterstützung des Hauptvereins zu. Damit war endgültig der Weg frei für den Ausbau, und bereits vom 17. bis 20. August 1973 auf der nächsten Begehung wurde mit den Markierungsarbeiten begonnen. Gleichlaufend wurde mit den einheimischen Bergführern ein Arbeitsvertrag über den Ausbau des Weges abgeschlossen.

Am 8. September 1973 war dann der große Tag gekommen, an dem die Biwakschachtel mit dem Hubschrauber aufgeflogen und dicht unterhalb vom Gipfel des Wassertalkogels installiert wurde.

Noch im gleichen Jahr konnte der Weg zwischen Neuer Chemnitzer Hütte und Wassertalkogel fertiggestellt werden, während die Markierungsarbeiten im wesentlichen auf der vollen Weglänge angebracht wurden. Die restlichen Ausbauarbeiten wurden bis zur Einweihungsfeier am 24. August 1974 durchgeführt.

Nach der Begrüßung der Gäste und Besucher in Planggeroß und kurzen Ansprachen brach die Festgesellschaft zur Neuen Chemnitzer Hütte auf. Am Nachmittag hielt Pfarrer Trenker aus St. Leonhard vor der Hütte einen Gottesdienst, verbunden mit der Weihe des Mainzer Höhenweges und der Biwakschachtel Rheinland-Pfalz.

Blick vom Weißmaurachjoch zu den Stubaier Alpen
Blick vom Weißmaurachjoch zu den Stubaier Alpen

Aus Rüsselsheimer Sicht nach einem Bericht aus der Broschüre der Sektion Mainz "25 Jahre Mainzer Höhenweg".