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Alpine Ausbildung

Bereits ab dem Folgejahr der Gründung 1954 war Ausbildung auch Thema in unserer Sektion. So wurden 1954/55 die ersten Lehr- und Wanderwarte durch den DAV für die Sektion ausgebildet. Dies stellte die Basis für eine sichere und verantwortungsvolle Betreuung der Gruppenfahrten dar. An vielen Abenden wurden damals von den so geschulten und an Praxis erfahrenen Leuten theoretisches und praktisches Wissen an die Sektionsmitglieder weitergegeben. Noch heute hört man aus den Unterhaltungen über frühere Jahre immer wieder etwas über die „Knibbelabende“, der damaligen Einweisungen in Knotenkunde und Sicherungstechnik. So manch einer schmunzelt dabei in Anbetracht der sich so rasant entwickelnden alpinen Technik der letzten Jahre, doch jede Entwicklung lebt von aktuellen Erkenntnissen, und alles hatte somit auch weitgehend seine Berechtigung. Mit dieser Entwicklung verändert sich auch vieles in der Ausbildung.

Ausbildung Eistechnik

Eine solide Ausbildung ist für die Sicherheit eines jeden Einzelnen im Gebirge von großer Bedeutung. Die Alpin-Ausbildung ist daher mittlerweile ein fester Bestandteil der Sektionsarbeit, die heute von fachkundigen und qualifizierten Fachübungsleitern durchgeführt wird. Seit nunmehr 20 Jahren wird die Ausbildung von Peter Trzaska dem Ausbildungsreferenten und Fachübungsleiter geleitet.
Mit einem gezielten Ausbildungsprogramm begann 1982 ein neuer Abschnitt der Ausbildung in der Sektion. Mitglieder der Sektion qualifizieren sich durch Ausbildung und Prüfung zu Fachübungsleitern der unterschiedlichsten Kategorien wie: Bergsteigen, Hochtouren, Skibergsteigen, Klettern oder Wanderleiter. Durch regelmäßige Pflichtfortbildung wird dabei ein hohes persönliches Ausbildungsniveau gehalten. Die Fachübungsleiter, die gleichzeitig das sektionseigene Ausbildungsteam darstellen, stellen somit die Möglichkeiten sicher, ein umfangreiches Ausbildungs- und Tourenprogramm aus vielen alpinen Bereichen den Mitgliedern anzubieten und dieses unter fachkundiger Leitung durchzuführen.
Neben einigen theoretischen Ausbildungsthemen, die wir gewöhnlich über die Wintermonate in den Vereinsräumen der Stadt Rüsselsheim, Am Treff 11, durchführen, findet unsere praxisorientierte Ausbildung in der Regel in alpinen Gebieten, aber auch in den Klettergärten unserer Mittelgebirge, sowie am Kletterturm in Rüsselsheim statt. Die Ausbildungsthemen orientieren sich dabei an einer Grundkonzeption und an Bedarf bzw. Nachfrage. So ist eine gezielte und praxisorientierte Ausbildung der Sektionsmitglieder gewährleistet. Nach unserem Konzept werden dabei u.a. folgende Ausbildungsthemen angeboten:
1. Grundkurse
Materialkunde, Alpine Gefahren, Verhalten im Gebirge, Lawinenkurse
2. Fortgeschrittenenkurse
Sicherungstechnik, Seilhandhabung, Klettern, Eis- und Hochtouren
3. Aufbaukurse
Klettern, Eis- und Hochtouren, selbständige Durchführung von Touren
4. Orientierungskurse
Umgang mit Karte und Kompass, Wetterkunde

Orientierungsübung im Gelände

Das alpine Ausbildungs- und Tourenprogramm wird zur Zeit von den folgenden Fachübungsleitern (FÜL) durchgeführt:

Das Ausbildungsteam 2002

Ein weiteres Mitglied ist zur Zeit in Ausbildung zum FÜL-Bergsteigen und wird in Zukunft das Team ergänzen.
In den Klettergärten im Morgenbachtal und an der Steinwand/Rhön, aber auch am Kletterturm in Rüsselsheim fanden im letzten Sommer für Einsteiger und Fortgeschrittene Kletterkurse statt. Daneben wurde auch ein Schnupperkurs-Klettersteig an der Jakobswand in Weinheim durchgeführt.
In der ersten Septemberwoche war man dann zum Eiskurs auf dem Taschachhaus in den Ötztaler Alpen. Im Regen und bei Schneefall stiegen 10 Teilnehmer zu Beginn der Woche mit recht langen Gesichtern, sah man doch sozusagen seine Eisträume davon schwimmen, zur Hütte auf. Glücklicherweise blieb es bis zum Abstiegstag nur bei diesem erschreckenden Auftakt. Bereits der erste Programmtag, wie auch die weiteren Tage, zeigten sich dann zwar nicht von der besten Seite, aber doch von einer gutmütigen, sodass unser volles Ausbildungsprogramm durchgeführt werden konnte.
Anseiltechnik, Pickeleinsatz, Spaltenbergung, wie auch die verschiedenen Geh- und Steigtechniken wurden im nahen Gletscher mit Steigeisen geübt. Mit Spannung und Ungeduld ging es dann nach einem Theorietag zum Steileisklettern. Nach anfänglichen vorsichtigen und zögernden Versuchen sich mit zwei Eisgeräten in den Händen und mit den richtigen Fußstellungen an kurzen steilen Eiswänden hochzuarbeiten, waren die Teilnehmer dann doch sehr schnell hochmotiviert auch höhere Wandpartien anzugehen. Alle Teilnehmer zeigten dabei sehr viel Geschick, Ausdauer und eine überraschend gute Moral. Zu erkennen war auch, dass es allen Teilnehmern neben all den Anstrengungen, welche die Eiskletterei mit sich bringt, doch sehr viel Spaß machte. Genau zum richtigen Tag hatten wir dann auch noch das ersehnte Traumwetter für den großen Tourentag. Wahrlich eine Traumtour war die Umrundung der Pitztaler Urkund. Zur Überraschung aller war die Tourenaufgabe, einen möglichst geradlinigen Weg durch den gesamten Gletscher und dessen Bruchzonen zu finden. Ein tolles Abenteuer und eine Herausforderung an das eigene Können, so die spätere Meinung der Teilnehmer. Mussten dabei doch heikle Spalten, wie auch senkrechte Bruchzonen kletternd überwunden werden, was die absolute Beherrschung der Sicherungstechniken im Eis erforderte. So waren am Ende alle über den Ablauf der Woche sehr begeistert und zufrieden, sodass man über das dichte Schneetreiben während des Abstieges am nächsten Morgen nur fröhlich lachen konnte.

Peter Trzaska