Rüsselsheimer Hütte: Betriebserfahrungen zu den neu errichteten umweltgerechten Anlagenbereichen aus der Sicht von Pächter und Sektion
Filtersack-Kleinkläranlage
- Regelmäßige Säuberung der Anlage mit Wasserstrahl ist erforderlich, ca. 2 x / Woche
damit ist verbunden: - Zeitaufwand
- Einsatz von Schutzkleidung
- Protokollführung täglich mit folgenden Eintragungen:
- Wasserverbrauch
- Anzahl der Tagesgäste
- Anzahl der Übernachtungsgäste
- Anzahl des Hüttenpersonals
- Zu Beginn der Saison:
- Abnahme der gefüllten Filtersäcke
- Abtransport der Filtersäcke ins Tal mit dem Materiallift
- Transport der Säcke zur und Entsorgung in der Sondermülldeponie Roppen im Inntal.
Es hat sich herausgestellt, dass die Säcke während der Winterpause nicht austrocknen. Die nassen Säcke sind schwer und schlecht zu handhaben. Wir beabsichtigen daher, die Belüftung der Anlage im Winter zu verbessern: Die Zuluft-Öffnungen schneien im Winter zu. Die Lüftung soll daher so verändert werden, dass ein freier Luftzustrom auch bei Schneelage erhalten bleibt.
Die Anlage ist so bemessen, dass während einer Saison nur eine der beiden verfügbaren Filtergruppen gefüllt wird. Bleiben die im Vorjahr gefüllten Säcke eine weitere Saison hängen, trocknen sie aus. Das somit leichtere Gewicht ist beim Abnehmen und transportieren besser zu handhaben.
Im Rahmen des Pachtvertrages haben wir einen Wartungsvertrag mit dem Hüttenwirt vereinbart.
Von Seiten der Behörde (hier die BH Imst) wird jedoch die jährliche Wartung durch den Hüttenwirt nicht akzeptiert. Dies, obwohl er eine Ausbildung für den Betrieb und die Wartung einer solchen Anlage in einem Seminar mit Erfolg und mit ausgestelltem Zertifikat absolviert hat. Es handelt sich hierbei um eine Ausbildung, wie sie vom DAV vorgeschlagen und von der Gesellschaft für Wasser- und Abfallwirtschaft (Tochter des ÖWAV) ausgerichtet wird.
Die Sektion ist von der Behörde erneut aufgefordert worden, neben dem bereits mit einer Fachfirma abgeschlossenen Vertrag für die 5jährige Fremdwartung, einen Vertrag für die reguläre jährliche Wartung mit einer Fachfirma bis zum Saisonbeginn 2006 abzuschließen. Hier wünschen wir uns, dass der DAV mit der Behörde Kontakt aufnimmt mit dem Ziel, dass eine reguläre Wartung der Kleinkläranlagen durch hierfür ausgebildete Hüttenwirte behördlicherseits voll anerkannt wird. Nicht zuletzt geht es uns hierbei darum, weitere Kosten durch Einschaltung von weiteren Firmen zu vermeiden.
Energieversorgung
Elektrik:
Die bisherigen Erfahrungen sind überaus positiv. Seit Abschluss der Installationsarbeiten arbeitet die Anlage zur vollen Zufriedenheit des Pächters und der Sektion.
Vorteilhaft für die Sektion:
Der Wirt hat ein großes Interesse daran, dass die Anlage gut funktioniert. Er kontrolliert selbst Verbrauch und Ladezustand der Batterie sowie die Optimierung der Kleinwasserturbine.
Besonders wichtig:
Bei Saisonende muss die Anlage winterfest gemacht werden, z.B. muss die Batterie voll geladen sein. Ein ausführliches Betriebshandbuch mit Checkliste wurde gemeinsam mit dem Planer erstellt und dem Wirt zur Verfügung gestellt.
Warmwasserbereitung:
Mit dem Holzpelletherd und der Überschussenergie aus dem Turbinengenerator wird ausreichend Warmwasser erzeugt, das genutzt wird für den Küchenbetrieb, Getränkebereitung und für die Dusche (diese ist für die Bewirtschafter vorhanden, kann aber auch gegen Gebühr Gästen zur Verfügung gestellt werden).
Das Heizen mit Holzpellets ist problemlos und sauber.
Pro Saison werden ca. 10 m³ verbraucht.
Gasverbrauch:
Da das Gas jetzt lediglich zum Kochen benötigt wird, sind ebenfalls erheblich weniger Transporte der schweren Gasflaschen mit dem Materiallift erforderlich (Reduzierung um ca. 2/3 der ursprünglich erforderlichen Menge).
Brandmeldeanlage
Die Abnahme der Anlage wurde von der Landesstelle für Brandschutz erteilt. Vorerst sind keine weiteren Maßnahmen geplant.
Bei der Installation der Anlage wurden vorsorglich Kabel für eine eventuell später erforderliche Not- bzw. Fluchtwegbeleuchtung mit verlegt, so dass diese leicht nachzurüsten wäre.
Resümee
Sektion und Wirt sind mit dem bisher Erreichten zufrieden.
Wir freuen uns und sind stolz darüber, dass unserer Hütte im Jahr 2005 das Umweltgütesiegel verliehen wurde. Erfreulich wäre, wenn der Besuch dieser schönen Hütte noch etwas zunehmen würde.
Zuletzt möchte ich mich im Namen unserer Sektion bei allen Förderern der Projekte bedanken, dies sind im Wesentlichen: DAV, DBU, ÖKK und Land Tirol, ohne deren Hilfe wir die durchgeführten Maßnahmen niemals hätten verwirklichen können.
Wolfgang Gurk, Sektion Rüsselsheim
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